Ausbildungstag Technische Hilfeleistung

29. August 2020
Aktive Wehr
Ausbildung für den Einsatz von morgen

Die Unfallrettung „Technische Hilfeleistung“ (THL) wird durch neue Fahrzeugtechniken und zähere Materialien immer schwieriger. Die Weiterentwicklung in der Fahrzeugindustrie mit modernsten Antriebssystemen, wie zum Beispiel Gas-, Elektro- oder Hybridantrieb bleibt nicht stehen. Auch in der Medizin gibt es neueste Erkenntnisse, wie ein Menschenleben nach einem Unfall noch schneller und effektiver gerettet werden kann. Dies waren Gründe für die Pettinger Floriansjünger, sich dieser Weiterentwicklung zu stellen und den erweiterten Herausforderungen der Technik von morgen anzupassen.

In einer intensiven Weiterbildung für Rettungstechniker im Rahmen einer Ganztagesausbildung in Theorie und Praxis hatten sich 15 Mitglieder der Feuerwehr Petting der Herausforderung patientenorientierte technische Rettung und Fahrzeugkunde angenommen.

Für diesen Ausbildungstag wurde extra ein Kollege von der Berufsfeuerwehr Nürnberg, Brandoberinspektor sowie Sachgebietsleiter Retungsdienst und Trainerteammitglied bei Lukas-Rettungsgeräte, Axel Topp, engagiert. Er war auch an der durch den ADAC bekannten Rettungskarte für Kraftfahrzeuge in der Ausarbeitung und Erstellung intensiv beteiligt.

Referent Axel Topp, informierte über alternative Antriebe von PKW und ihre Bedeutung für die Rettungsarbeiten der Feuerwehr. In der Einsatztaktik zur Rettung aus Pkw kam dann das kryptische Wort SEBTEFÜ zur Sprache. Buchstabe für Buchstabe löste sich das Rätsel:

 

  • S = Sichern der Einsatzstelle und des Fahrzeuges

  • E = Erstzugang in das Fahrzeug und zu den Patienten schaffen

  • B = Batterie- /Energiemanagement

  • T = Türöffnung/ Erweiterter Zugang

  • E = Entfernen Dach/ Maximalzugang

  • F = Fussraum- / Fronterweiterung/ Entklemmung

  • Ü = Übergabe an den Rettungsdienst


 

Nach abgeschlossener Theorie folgte nach dem Mittagessen die praktische Umsetzung: Türen und Dach entfernen sowie abtrennen von ganzen Seitenteilen mittels Schere und Spreizer, Vorbereitung eines zweiten Rettungsweges im Komplikationsfall, Glasmangement und Airbag-Scanning. Über die den Feuerwehrmännern bereits bekannten Standardsituationen wurden durch erschwerte Bedingungen (Fahrzeug auf der Seite oder durch Überschlag auf dem Dach liegend) die Intensität erhöht. Die bis zu 30 Kilogramm schweren Geräte und beengten Verhältnisse im Unfallfahrzeug sowie Stresssituationen treiben die Rettungskräfte teilweise bis an die physischen und körperlichen Belastungsgrenzen.

Um das erlernte gleich zu testen und zu festigen, bildete eine Einsatzübung „Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person“ den Abschluss des anstrengenden Tages. Die 15 Teilnehmer hatten während der praktischen Übungen richtig Spaß an den Herausforderungen. Schlussendlich konnte der Ausbildungstag mit einem positiven Feedback seitens des Trainers, Axel Topp, beendet werden. Wir danken Dir, Axel, für die lehrreichen Stunden! Bei der nächsten Übung werden wir auch sicher einmal die Methode "von hinten" anwenden ;-) .