Waldbrandeinsatz am Saurüsselkopf – Feuerwehr Petting mehrere Tage im Katastropheneinsatz
Die Feuerwehr Petting gehörte zu den wenigen Feuerwehren, die bereits im Erstschlag des Waldbrandes eingesetzt wurden. Grund hierfür waren die in den vergangenen Jahren gezielt aufgebauten Kenntnisse sowie die spezielle Ausrüstung im Bereich Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung.
Bereits vor der offiziellen Alarmierung wurde die Feuerwehr Petting telefonisch durch Kreisbrandinspektor King informiert, welcher im Landkreis unter anderem für den Bereich Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung zuständig ist und hierzu eine Fachgruppe betreibt. In dieser Fachgruppe sind auch der erste und zweite Kommandant der Feuerwehr Petting aktiv tätig.
Durch diese frühzeitige Information konnte sich die Mannschaft bereits vor dem eigentlichen Alarm auf den Einsatz vorbereiten. Die Einsatzkräfte erschienen deshalb direkt mit angepasster persönlicher Schutzausrüstung und Bergschuhen am Feuerwehrhaus, um für die schwierigen Bedingungen im steilen Gelände bestmöglich gerüstet zu sein.
Einsatzschwerpunkt auf der Ostseite
Die Feuerwehr Petting wurde überwiegend auf der Ostseite des Einsatzgebietes eingesetzt. Hauptaufgabe war dort das Errichten und Verteidigen einer sogenannten Riegelstellung, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.
Hierzu wurden großflächig Kreisregner eingesetzt. Zusätzlich wurde mit Unterstützung des Forstamts entlang einer Straße eine Schneise in den Wald geschnitten, um die Ausbreitung des Feuers einzudämmen und die Riegelstellung zusätzlich zu sichern.
Neben diesen Maßnahmen führten die Einsatzkräfte direkte Löscharbeiten im steilen Berggelände durch. Dabei kamen Löschrucksäcke, D-Leitungen und Grabwerkzeuge zum Einsatz. Immer wieder mussten unterirdisch brennende Wurzelstöcke freigelegt und gezielt abgelöscht werden.
Schwierige Bedingungen im Bergwald
Die Arbeiten im Bergwald stellten die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Das Gelände war teilweise sehr steil und unwegsam. Mehrere Kletterpassagen mussten bewältigt werden, um an die Brandstellen zu gelangen.
Zusätzlich erschwerten Steinschlag sowie umgestürzte Bäume die Arbeiten erheblich. Die Einsatzkräfte mussten deshalb jederzeit äußerst vorsichtig vorgehen. Auch wechselnde Wetterbedingungen und die starke körperliche Belastung begleiteten den mehrtägigen Einsatz dauerhaft.
Am 07.05.2026 musste aufgrund einer Unwetterwarnung ein Notabstieg aus dem Gelände durchgeführt und die Löscharbeiten vorübergehend eingestellt werden.
Einsatz im Schichtbetrieb Tag und Nacht
Die Feuerwehr Petting arbeitete über mehrere Tage hinweg im Schichtbetrieb bei Tag und Nacht. Zur Tagschicht war jeweils eine Gruppe im Einsatz. In den Nachtschichten wurde entweder mit einer Gruppe von neun Einsatzkräften oder zeitweise mit einer Staffel von sechs Feuerwehrdienstleistenden gearbeitet.
Durch die laufenden Schichtwechsel konnte die Einsatzbereitschaft über den gesamten Einsatzzeitraum dauerhaft aufrechterhalten werden.
Große Mengen Löschwasser gefördert
Ein wesentlicher Bestandteil des Einsatzes war die Sicherstellung der Löschwasserversorgung im steilen Gelände.
Mit dem LF 20 der Feuerwehr Petting wurden insgesamt rund 245.000 Liter Wasser in den Berg gepumpt. Zusätzlich wurden im Pendelverkehr weitere 12.500 Liter Löschwasser direkt zu den Einsatzstellen transportiert.
Zur Wasserförderung und Brandbekämpfung kamen außerdem zwei Pumpen der Feuerwehr Petting zum Einsatz:
eine Rosenbauer Fox III
sowie eine tragbare Waldbrandpumpe auf Kraxe Honda WX15.
Beide Pumpen liefen über mehrere Tage hinweg teilweise im Dauerbetrieb und befinden sich aktuell weiterhin im Einsatz.
Umfangreicher Personal- und Materialeinsatz
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Petting leisteten bislang insgesamt 820,5 Stunden im direkten Löscheinsatz. Da der Einsatz aktuell weiterhin andauert und die Feuerwehr Petting zusätzlich noch für zwei weitere Tage zum Rückbau eingeplant ist, wird der gesamte Zeitaufwand einschließlich Nachbereitung voraussichtlich knapp 1.000 Einsatzstunden betragen.
Eingesetzte Fahrzeuge und Zusammenarbeit
Im Einsatz waren:
das LF 20 „Florian Petting 40/2“ für Wasserförderung, Pendelverkehr und direkte Löscharbeiten,
das ATV „Florian Petting 95/1“ für Erkundung, Materialtransport und Versorgung im Gelände,
das MZF „Florian Petting 11/1“ für Mannschaftswechsel und Transportaufgaben,
sowie das TSF „Florian Petting 44/1“ mit zusätzlicher Fördertechnik.
Während des gesamten Einsatzes arbeitete die Feuerwehr Petting eng mit der örtlichen Einsatzleitung sowie den Feuerwehren Ruhpolding, Inzell, Lampoding, Eisenärzt und Weißbach zusammen.
Dank an alle Beteiligten
Der mehrtägige Waldbrandeinsatz stellte alle Einsatzkräfte vor große körperliche und organisatorische Herausforderungen. Durch die hervorragende Zusammenarbeit, die hohe Einsatzbereitschaft und die professionelle Arbeit aller Beteiligten konnte eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindert werden.
Die Freiwillige Feuerwehr Petting bedankt sich bei allen eingesetzten Kameradinnen und Kameraden sowie bei allen unterstützenden Organisationen für die ausgezeichnete Zusammenarbeit und den unermüdlichen Einsatz.
Ein besonderer Dank gilt außerdem den Arbeitgebern unserer Einsatzkräfte für die unkomplizierte Freistellung während des mehrtägigen Katastropheneinsatzes. Ohne diese Unterstützung wäre ein Einsatz in diesem Umfang nicht möglich gewesen.